Friday Fail #43 – Petitionen

Petitionen sind super und hilfreich. Sie machen vieles mit der Kraft der Masse möglich und sie lassen Menschen an Geschehen teilnehmen, von denen man ohne sie womöglich nicht einmal wüsste.

In letzter Zeit bekomme ich vermehrt Emails von einer speziellen Petitionsplattform, mit Petitionen, die einfach nur dumm sind. Die neuste verlangt von den Unterschreibern gegen die Tier-Trainings/Erziehungssendung auf ZDF zu sein. Die Trainerin ist nämlich nicht lieb zu einen falsch erzogenen Tier.

Ich kenn‘ mich mit der Materie der Tiererziehung überhaupt nicht aus, aber wie soll man denn sonst anders ein Tier erziehen? Man muss ihm doch zeigen wer das Herrchen im Hause ist. Ihr könnt mich gern berichtigen, aber die Trainer in den äquivalenten Sendungen die ich auf DMAX und SIXX laufen und die auch geguckt habe (ich bin nicht stolz darauf) haben das auch nicht anders gemacht.

Aber diese Petition war im Vergleich zu der anderen nur wieder ein Zeichen, dass manche zu viel Zeit haben. Schaut euch doch mal auf der Webseite von Change.org um. Fast nur müllige Petitionen, die es gar nicht wert sind Petitionen zu sein. Einer sammelte Unterschriften um Adroid dazu zu bringen Tastatur-Smartphones in Europa einzuführen. Begründen tat er dies mit: Wenn man so ein Ding haben will muss man das auf eigene Kosten einführen und das ist meist noch sehr heikel… bla bla.

Das wirkliche Stummpfsinn-Highlight ist aber die Petition, die sich gegen T-Online’s neuste Angebotsänderung ausspricht.

Für alle die noch nichts davon gehört haben: Ab Mai gibt es bei diesem Anbieter bei Neuvertragsabschluss keine Daten-DSL Flatrate mehr. Man hat dann nur noch 75 GB zur monatlichen Verfügung (oder man bezahlt mehr und hat dann auch mehr). Wenn man das so einfach sieht ist das schon ganz schön scheisse, aber Bedenken wir mal dies: Jeder Einwohner Deutschlands unter 60 Jahren hat mindestens einen Internetzugang und im Verlauf der Zeit wird das durchschnittliche Internet-Zugang Alter ansteigen. Genauso wird die Zahl der Internetfähigen Geräte mit der Zeit ansteigen sowie die Zahl der Internetfähigengeräte pro Kopf.

Genau in diesem Augenblick sind die Meisten, die diesen Eintrag lesen, mit zwei Geräten im Internet. Wenn nicht sogar dreien. Was passiert also, wenn dann später sogar dein Kühlschrank, deine Spielekonsole, deine Kamera, … ein Twitterprofil haben möchten?

Dein Traffic und die Auslastung der Leitungen werden astronomisch hoch. Und wer soll das bezahlen? Die Anbieter weisen in diesem Fall alle Finger von sich weg.Das Schlimmste an dieser Petition war aber das Alter des Initiators: Er ist 19!! Kaum aus der Schule raus und schon denkt er, dass er wüsste, was die Welt im inneren zusammen hält. Ich habe bis jetzt noch keinen kennengelernt, dem eine Hybris gut getan hat. Ihr?

Das ist zudem noch traurig, wenn ich mich jetzt an das Interview erinnere, was (wahrscheinlich auch 19 Jährige) dem ZDF zur Flutzeit gegeben haben: „… ja, wir können keinen übers Handy erreichen und das Internet geht auch nicht…“ HALLO? Ihr habt Wasser im Haus und wollt ins Internet?
Also wirklich. Früher oder später war es klar, dass die Internetanbieter so handeln müssen. Aber ist doch schon lustig, wie die jüngeren schon jetzt bei dem Gedanken sterben, dass es in naher Zukunft das barrierelose Internet versiegt.

Mein Tipp wäre an dieser Stelle nach Süd-Korea auszuwandern. Da gibt es das schnellste Internet der ganzen weiten Welt.

Übrigens kenne ich jemanden, der im Monat mit nur 10GB Datenvolumen auskommen muss und das auch sehr gut schafft, wenn ich nicht anwesend bin.

Lasst es uns hoffen, dass in Zukunft andere Firmen und Branchenzweige auf den Anti-Verschwendungszug aufspringen und das es diesmal auch die Richtigen sind. Wie zum Beispiel die Lebensmittelindustrie…