Drecksköppe…

Ich habe echt lange darüber nachgedacht, ob ich diesen Blogeintrag schreiben soll oder nicht. So gut ich mich auch mit meinen Mitbewohnern verstehe, letztendlich ist ihr detaillierter Ordnungssinn doch etwas, was mir mächtig auf die Klöten geht.

Fragt mich nicht, wieso das kein Friday Fail ist. Ich weiß es selbst nicht. Vielleicht nervt mich dieses Thema so sehr, dass ich es aus dem Sündenpool nocheinmal eine Stufe höher in den Olymp des Idiotismus heben und hervorheben wollte. Eine gute Erklärung wäre es allemal.

Der Punkt, an dem ich mich endgültig für diesen Eintrag entschieden habe, war letzter Sonntag. An diesem habe ich – anstatt etwas für mich zu tun – drei Stunden bis zu den Ellenbogen in der Chemie gesteckt und wie ne Irre geputzt. Außerdem musste ich in der Zeit mal wieder den Staubsauger reparieren. Wer zu Hölle saugt ne Wallnuss auf? Kein Wunder, dass dann der Staubsauger verstopft.

Die Mitbewohner hatten sich an diesem Sonntag gaaaanz zufällig mit ihrem bematschten Fahrrädern, die sie tagtäglich durch die Wohnung (in ihn Zimmer) schieben, aus dem Staub gemacht…

Meine ganze Putzaktion hielt stolze 2 Stunden. Es hatte sich nämlich jemand gedacht, dass es mal was neues wäre, wenn man seine dreckigen Füße nicht wäscht sondern nur anfeuchtet und dann so durch die Küche, die wunderbarerweise einen weißen Boden hat, zu spazieren. Man, hab ich mich gefreut.

Davon mal abgesehen freue ich mich jeden Tag aufs neue die Ausmaße unseres Küchenholocaust zubegutachten. Meistens räume ich jedes mal aufs neue die in Eile verlassenen Essensteller, Müslischüsseln und Teetassen weg. Meistens wutentbrand und sehr meistens fliegt dabei etwas durch die Luft.

Morgen werde ich mich mal den hier Anwesenden nocheinmal vorstellen. Anscheinend verwechseln sie mich mit einer gewissen Consuela, die vielleicht in den Sommerferien hier gewohnt hat. Obwohl – als ich vor drei Wochen hier ankam begrüßten mich nicht nur meine drei Mitbwohner sondern auch der personalisierte Dreck. Die Staubflusen im Flur waren so groß, wie sie normalerweise nur unter/hinterm dem Bett werden können. Es war die schönste Form der Extermprokrastination aus den letzten 4+ Wochen und der beste Nährboden für neue Spielkameraden.

Und das obwohl mir gesagt wurde, dass vor einer Woche geputzt wurde. Ahja… Ich kann mir diese Aussage nur so erklären, dass die Anwesenden drei Wochen lang im einem Alkoholtrance waren.

Es befand sich bei meiner Ankunft auch ein Gefäß auf dem Essenstisch, indem eine unidentifizierbare Substanz versuchte Nachkommen zu bilden. Ich will gar nicht wissen was das war. Auf alle Fälle hat es bestialisch gestunken. Zum profilaktischen Schutz eurer Augen hatte vorher zum Glück noch jemand absolut unbedenkliche Äpfel drauf gestapelt. Man ist ja Öko und das Geld fließt ja auch in Ströööööööhmen.

Dieses Semester ist jetzt – grob geschätzt – drei Wochen alt und währenddessen habe ich schon mehr Zeit mit Putzen verschleudert als beim Essen kochen. Ich fühle mich als würde ich gegen Windmühlen putzen.

Ausgerastet bin ich bis jetzt übrigens immernoch nicht. Ich glaube das wird langsam Zeit…