Freibergs Next Bergstadtkönigin!

Fangen wir am Anfang an, da dies doch für die Verständnis meist einfacher ist.

Ich wohne in Freiberg. In dieser Stadt bin ich auch geboren und aufgewachsen und eine lokale Wochenzeitung verleiht dieses Jahr zum 17. mal das ehrenvolle Amt der Bergstadtkönigin. In den vergangenen 16 Jahren habe ich dieses Spektakel nicht wirklich verfolgt aber durch meine zahlreichen Spätschichten war ich kontinuierlichen Reizen von der Institution „Bergstadtkönigin“ ausgesetzt: Ich spazierte nämlich jeden Abend an dem Auto der jetzigen Hoheit vorbei.

Und so säte dieser Anblick den Samen für die Idee selbst Bergstadtkönigin zu werden. Dieser keimte und als ich dann den Aufruf dieser lokalen Wochenzeitschrift las, dass Mädels für diesen Posten gesucht werden zögerte ich nicht lang und ließ umgehend die elektronischen Brieftauben flattern. Den Rückruf und die Einladung ins Zeitungshauptquartier bekam ich (extrem gesprochen) 2 Sekunden später und eine Minute später schaute ich auf mein eigenes Ich in einer Ausgabe eben jener Zeitung. Ihr glaubt kaum wie komisch das war.

Seit diesem Zeitpunkt durfte ich drei weitere Male auf mein Ebenbild lunzen. Ganz typisch für Mädels empfand ich dies als grauenhaft. Wo ist meine Fotogenität hin, oder war ich das jemals? Wer weiß. Aber mal ehrlich: es ist extrem anstrengend für 5 Minuten ungezwungen zu lächeln. Ich bin für rasante Reihenaufnahme mit eingebautem Beautyfilter! Das kommt in meinen Wahlkampfprospekt.

Der erste Auftritt und somit auch die Vorstellung der Kandidatinnen war am 17. April bei dem „Frühlingsfest“. Dort gab es traditionell eine Sportmodenschau für diese wir uns im Vornherein drei verschiedene Outfits zu verschiedenen Themen (Trekking, Jogging und sportlich fit) zusammensuchen durften. Auf die Zusammenstellung der Kleidungsstücke zu letzterem Thema war ich besonders stolz. Das Outfit war hübsch. Davon mal abgesehen: Ich fand alles was ich vorführen durfte sehr dufte. Ohne Frage hätte ich gern alles behalten, aber dies ging leider nicht. Wäre mir bei dieser Materialschlacht dann doch etwas zu extrem und unangenehm gewesen.

Es war aber auch lustig wie die Meinungen in Hinblick auf meine Outfits auseinander gingen. Beim Thema Nummer 2 „Jogging“ war ich vollständig in pinken Streifen farbkoordiniert und entweder gab es extremen Zuspruch oder extreme Abneigung. Ich persönlich habe ja nichts gegen pink, deswegen wars mir Wurst. Ich hätte aber gern die Schuhe von diesem Outfit behalten. #Schuhtick

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Der nächste öffentliche Auftritt wird am 7. Juni sein und bis dahin gibt es noch viel vorzubereiten und zu erlernen. Unter anderem umfangreiches Faktenwissen rund um Freiberg. Es ist also wieder Zeit Karteikarten zu schreiben und mein Gehirn mit Wissen zu füllen. Als nächstes darf ich mir eine Präsentation über Freiberg ausdenken. Diese darf aber nicht länger als 5 Minuten sein und bei außenstehenden Interesse an Freiberg generieren. Bekomm ich hin, denn ich habe sogar schon einen Plan. Mittlerweile ist das schon der 4te – ich bin doch anspruchsvoll und es muss ja auch gut werden!

Das Highlight, also MEIN Highlight bei diesem Ausscheid vor der JURY wird meine Darbietung der zwei Tänze die wir schon seit 3 Wochen lernen. Es sind zum Glück nur zwei Stück und mein Tanzpartner – so kleiner auch ist – ist super geduldig und schleift mich hoffentlich am Ende an meinem Schulterblatt durch den Ballsaal. #fingerscrossed!!! Wir lernen übrigens Jive und einen langsamen Walzer. Beides funktioniert genau wie man es sich bei mir genau wie man es vermutet: schleppend. Die Schuhauswahl für dieses Event fällt mir auch schwerer als gedacht. Ein Entscheidungsneurotiker auf der Suche nach hübschen Schuhen, die zu zwei Kleidern passen müssen und nur einen kleinen Absatz haben dürfen. Klingt einfacher als gedacht.

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Am Ende möchte ich omnipräsent die Frage beantworten wieso ich mir so viel Stress aufbürde:

Es macht Spaß Neues auszuprobieren, neue Leute kennen zu lernen und neue Erfahrungen zu sammeln. Henry Ford sagte einst: „Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist.“. Genauso sehe ich das auch. Jeder Bereich unserer Welt unterliegt Wandel, wieso kann man sich selbst nicht weiterentwickeln? Diese Entwicklung ist es doch die einen Selbstbewusstsein und die Fähigkeit zur Selbstreflexion verleiht.

Außerdem spiele ich gern mit den Erwartungen und dem Schubladen-Denken von Menschen. Ich bin gern wandelbar. Das ist etwas Gutes. In keinem Bereich des Lebens ist es gut festgefahren im Handeln oder Denken zu sein. Ich habe schon immer das gemacht was ich wollte und das ist das Geheimnis zum Erfolg: Alles was man wirklich will und darin viel Arbeit und Energie investiert wird dufte.

Lasst euch nicht vom Gelaber Außenstehender beeinflussen. Davon mal abgesehen habe ich nicht wirklich negative Reaktionen auf meine Kandidatur erfahren, viel mehr ungläubige. Keiner wollte mir so wirklich abnehmen, dass ich mich aus freien Stücken dort gemeldet habe. Dies tat ich aber. Meine Anmeldung beruht auch nicht auf einer Wette. Ich habe mich dort gemeldet, weil ich es wollte und es mir zutraue. So etwas kann man ja aber auch nur erfolgreich meistern, wenn man vollständig dahinter steht und nicht von anderen dazu animiert wird. Ohne Herzblut und Begeisterung an einer Tätigkeit braucht man sich diese zusätzliche Arbeit wirklich nicht aufhalsen.

 

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