Kaugummi Inferno Maxima!

Wer mich kennt der weiß, dass ich einen … nennen wir es extravaganten-unkonventionellen Geschmack habe und dass ich sehr viele eigenartige und ungewöhnliche Dinge besitzen möchte. Es ist nicht immer einfach dem Drang zu widerstehen, der mich zum Kauf von komischen Dingen antreibt. Kaum passe ich einmal nicht auf, habe ich mir schon einen meiner größten Wünsche erfüllt: Ich habe mir endlich einen Kaugummiautomat gekauft.

Wer stand in seiner Kindheit nicht auch ewig vor diesen Teilen und hat sein ganzes Taschengeld darein gesteckt. Die Dinger gibt’s auch jetzt noch, nur bezweifle ich das die jetzt noch genauso hoch frequentiert sind wie damals. Die Jugend hat doch ihre Handys, Facebook und die Wii. Bei so einem Aufgebot an hochwertigeren Zeit- & Geldverschwendungsmöglichkeiten braucht man doch auch keine Kaugummis oder Nüsse aus langweiligen Automaten. Also wirklich, ey!

Als mein eBay-Kaufgut bei mir ankam bedurfte das Ding einer ordentlichen Säuberung. Ich will gar nicht wissen, wie lange der nicht mehr verwendet/gereinigt wurde. Da waren überall klebrige Reste von bereits verstorbenen Gästen des Kaugummiautomats-Motels.

Zum Glück ist so ein Automat ein einfaches Steck & Komponentensystem, weshalb ich den ohne Probleme auseinander nehmen und säubern konnte. Dazu benötigt man sowohl einen Schlitz- als auch einen Kreuzschlitzschraubenzieher. Mein Tipp hierzu ist: Nehmt einen langen Schraubenzieher, da man mit letzterem den Behälter anschraubt muss man zwangsläufig seinen Arm in komische Posen bringen und die Bewegungsfreiheit ist da drin auch nicht so Bombe …

Und weil es jeden interessiert kommt jetzt ein großartiger Einblick in das Innenleben & die Funktionsweise eines Kaugummiautomats.

Herzstück eines solchen Automats ist die Verteilscheibe (ich nenn‘ es jetzt einfach mal so). Diese gibt es in unterschiedlichen Ausführungen. Es kommt halt ganz drauf an, was man aus dem Automaten ausgeben will. In meinem war glücklicherweise ein Kauverteiler – das hatte der Verkäufer natürlich nur aus Versehen vergessen zu erwähnen.


Dieser Verteiler besteht aus zwei Komponenten, die man so zusammenbauen muss das der Kaugummi mühelos durchfallen kann.
Wenn man keine Kaugummis verteilen will baut man sich einfach einen Nuss- oder Kapselverteiler ein und füllt das Teil dementsprechend auf.


Dann steckt man diesen Verteiler in den „Hopper“ und testet ob er sich drehen lässt. Ich hab auch in diesem Moment gesehen, dass ich diesen früher oder später austauschen muss, da einige Zähne des Zahnrades ganz schön abgeniffelt sind.

Im weiteren Verlauf der Montage durfte ich freudig feststellen, dass ich nicht nur den Verteiler ersetzen darf. Die Federn vom Federgehäuse sind wahnsinnig mächtig verrostet. Ich hab zwar versucht diesen so gut wie es geht runter zu kratzenpolieren, aber naja. Wie kommt der da überhaupt rein?


Die Federn sind zwar austauschbar, aber leider habe ich bisher noch keinen gefunden, der die separat verkauft.

Beim Einsetzen des Federgehäuses sollte man ein bisschen mitdenken. Die Kaugummis werden nämlich mit Hilfe des Verteiler durch den Feder“Vorhang“ gedreht und fallen dann in den Ausgabeschacht. Wenn man aber das Gehäuse so einbaut, fallen alle Kaugummis auch so schon ins Freie.

Also lieber aufpassen und das Ding so herum fest schrauben. Von oben sieht man übrigens auch sofort, wenn man alles falsch oder richtig gemacht hat: Wenn man kein Loch sieht ist alles Dufte!


Abschließend packt man die Kaugummis hinein und freut sich über die schöne Farbkombi. So wie das hier aussieht, vermute ich, dass in das Ding locker 600 Stück Kaugummis hineinpassen. Das sind zwei 300er Packungen, die es zum Beispiel hier gibt. Der Preis für die lag übrigens mal bei 9€ und …

Dann kommt der Deckel drauf, schraubt das Deckelschloss hinein und stellt ihn in den WG-Flur.

Wie ich heute bemerkt habe spuckt der Automat nur ab und zu einen Kaugummi aus. Hoffen wir, dass es nicht wirklich an den abgefressenen Zähnen der Verteilscheibe liegt. Aber da es sich hier nur um 5ct dreht wird mir keiner ans Bein pissen, wenn ich das nicht sofort repariere. Ich werd‘ auch keinem sagen, dass das Schloss im Deckel keins ist.

(Ich würde auch gern wissen wem die Socken da gehören…)