Friday Fail #33 – Schnee, Chaos & Auto fahren.

Kaum ist Schnee da und sofort drehen alle frei. Eigentlich sollte man ja in einem Gebiet, in dem es normal ist, dass im Winter viel Schnee fällt ein bisschen besser auf die Situation vorbereitet sein. Aber zum Glück bin ich noch recht lang von diesem Thema verschont geblieben, sonst wäre ich jetzt schon mehr als reif für die Klappsmühle.

Ich bin seit Donnerstag in Freiberg und durfte zwei mal mit dem Auto irgendwo hin und wieder zurück fahren. Diese zwei Mal waren auch schon zu viel. Aber ich habe etwas gelernt: Fahre in keine Nebenstraßen vorwärts rein, sonst fährst du die wieder rückwärts raus. Also hat man die Qual der Wahl:

Entweder man fährt auf der Hauptstraße und muss einem Opa mit 30 hinterhernuckkeln und dabei zu zusehen, wie er sein Auto wunderbar vorsichtig um die Kurve hebt und dann auch noch plötzlich für einen Pasanten hällt (der eigentlich nur darauf wartet, dass der Opa wegfährt).

ODER

Man wählt die Möglichkeit auf einer wunderbar geräumten Nebenstraßen zu fahren, die dann plötzlich von Gegenverkehr versperrt wird. In 9 von 10 Fällen sitzt ein absoluter Hornochse in dem gegenüberstehenden Auto, der denkt, dass nur der Stärkste mit der getuntesten Karre gewinnt. Also wenn man so einen außerordentlich egoistischen Konkurrenten gegenübersteht hilft es eigentlich nur noch in den halben Straßengraben zu fahren. Anders würde diese Situation nicht gelöst werden können, denn die meisten Bratzen haben ihren Kopf noch nie für was anderes, als um Basecups halbgewalgt aufzusetzen, benutzt.

Wenn der Idiot es dann noch nicht einmal gebacken bekommt seine Hand aus Dankbarkeit zu heben, dann hilft es nur noch Arschloch in seinem Auto zu brüllen. Das tue ich immer in der Hoffnung die Gerechtigkeit schlägt in naher Zukunft zurück und dieser Tunerproll bleibt zeitnah irgendwo weniger elegant im Schnee stecken.

Ein Glück muss ich diesen Mist mit dem Autofahren im Winter nicht praktizieren. Diese zwei Mal haben mir vollkommen gereicht. Man findet keinen Parkplatz. Selbst auf einem öffentlichen Parkplatz muss man mit Gewalt reinfahren, damit man nicht in der (liebevoll ausgedrückt) Nervmasse stecken bleibt. Und wenn man mal in einer ungeschobenen Einfahrt stecken bleibt und sich mühsam daraus befreien will und dabei denkt, dass die Autos auf der Straße für einen stehen bleiben – damit man sein Schauspiel zu Ende führen kann – ist eindeutig fehlgeleitet.

Als ich nämlich schlauerweise dachte, dass diese Einfahrt ein super Parkplatz wäre, blieb ich stecken keiner der Autofahrer hatte irgendeinen Gedanken daran verschwendet, dass es wohl besser wäre, wenn er mal kurz warten würde. Stattdessen kamen die immer näher und näher. Wir mögen ja alle unsere Autos nicht und wollen unbedingt ein Unfall bauen. Sodass man schön viel Geld abdrücken kann. Schön Schön. Demnächst werd ich auch in ein ausparkendes Auto fahren. Unfälle sind doch geil.

Trotzdem kann man nicht alles auf den Schnee schieben, denn ich finde dass dieser leider einfach nur die äußerst idiotischen Fahrstile der Einzelnen kanalisiert und intensiviert. Da im Winter die Maße der Straßen durch den geschobenen bzw nicht geschobenen Schnee eingeschränkt sind, schränkt sich dann auch die Gehirnmasse einiger praktizierenden Autofahrer sofort mächtig ein. Man sollte nicht nur Fahrtraining für Rentner fordern, sondern eine allgemeine Winterstraßentauglichkeit!!!

Letztens fuhr auch eine mittelalte Frau ohne zu schauen rückwärts, weil sie bemerkt htte, dass da ein Auto die Straße versperrte. Lustig ist nur, dass hinter ihr auch ein Auto stand, dass nur noch verzweifelt hupen und hoffen konnte. Bei soviel Idiotismus wünsche ich mich doch wieder zurück nach Weimar, wo es keinen Schneedienst und keine Schneemassen gibt und ich nicht Auto fahren muss.

Mal ernsthaft? Wie kann man sich sowas freiwillig antun? Wenn ich irgendwann mal ein Auto besitzen sollte, dann werde ich das wie zum Tag der Sachsen machen. Weit außerhalb abstellen und mit dem Shuttlebus reinfahren – also im Winter.