Friday Fail #12 – Squasch, Ich & Betonwand

Wie ich ja schon bereits im Monatsrückblick angesprochen habe, bin ich letzte Woche zu meinem eigenen Friday Fail geworden.

Es find alles damit an, dass ich die Kilos, die ich in der Bachelorzeit verloren habe, nicht unbedingt wieder drauf haben muss. So kam es dann zu der Initiative Sport zu machen. Die Entscheidung fiel auf Squash. Alles ganz gut und schön. Leider aber nur die ersten paar Wochen, denn beim letzten Mal habe ich vollkommen den Jackpot geknackt. Ich bin nämlich volles Rohr mit dem Kopf vorran gen Betonwand gerannt. Leider war die Wand auch ziemlich hart.

Die Folge war komischerweise keine Fleischwunde aber ein mörder Brummen im Denkkasten. Peters Krankenschwester Schwester riet uns dann am nächsten Tag in die Notaufnahme zu gehen, wenn sich mein Schädel immernoch wie Wackelpudding auf Acid anfühlen sollte. Gesagt getan. Die in der Notaufnahme fanden mich direkt so sympathisch, dass sie mir gleich einen VIP Pass für eins der raren Betten aufdrückten. Wie ihr euch vorstellen könnt habe ich gejauchzt und frohlockt.

Ich wurde herzlich begrüßt und durfte in das Mitgliedsoutfit schlüpfen und mir in einem wunderbaren Bett gemütlich machen. Zu trinken bekam ich auch gleich – natürlich Junkiegerecht. Mit dem Anschmeißen des Herzüberwachungsdingens ging die Qual bzw die menschenunwürdige Haltung los. Ich durfte für die nächsten 22 Stunden nicht aus meinem Bett in Richtung eines kleinen Örtchen entschwinden. Die Frau, die mir dann dabei helfen musste hatte ironischerweise auch noch einen gelben Kittel an und hat mich wie ein Kindergartenkind gelobt. Hurray. Am Liebsten wäre ich ja sofort gestorben.

Das Einzige tolle an den 48 Stunden, die ich in dieser häuslichen Anstalt Zugangsberechtigung hatte, waren die vielen Besuche. Peter zum Beispiel hat sich einen Spaß daraus gemacht, denn je nach meinem Blutdruck hat er ein Interpret mit Album genannt, welches in diesem Jahr rausgekommen ist. Da wir ich selten in den 80er Jahren gelandet bin, war das nicht so einfach für ihn… denke ich.

Der wirkliche Horror begann dann aber erst mit dem Einläuten der Nacht und der Machtübnahme der Drillsagents… ehm des diabolischen Nachtschwester Duo’s. Denn in diesem Moment ist mir nämlich eingefallen, wieso ich auf der Chirurgischen WACHstation lag. Nicht, weil die Betten eigenartig waren, da man da städig vom Kopfteil runterrutscht und dann nur noch auf 2/3 des Bettes schläft, sondern weil man durch diese nicht gerade feinfüßigen Elefantenelfen nicht zum Schlafen gekommen ist.

Desweiteren war an Schlaf nicht zu denken, da jede Stunde das Pulsmessgerät an meinem Arm gurgelnd und schnaubend loslegte um mir jedes mal den Arm fast zu amputieren. Mein persönliches Highlight mit den Beiden war der, als sie meinen Pupillenreflex mitten in der Nacht testen mussten. Dazu stürmten sie nicht minderdezent in das Zimmer und machten explosionsartig das Licht an und wunderten sich dann aber auch noch wieso ich unter plötzlicher Lichteinfuhr meine Augen nicht offen halten konnte.

Geweckt wurde man auch zu einer unchristlichen Zeit. Das ist besonders schön, weil man die ganze Nacht ja eh nicht zum Schlafen gekommen ist. Trotzdem hätte die Putzfrau früh mal ein netter riechendes Putzwasser nehmen können. Das war echt anstrengend, besonders wenn man nicht zum Fenster gehen durfte um es zu öffnen.

Die Visite war auch noch mal so ein Highlight: Der Arzt klopft mir auf dem Schädel rum und fragt mich ob das wehtut… Da rannten mir sofort die gemeinsten Schimpfwörter und Vergleiche durch die Birne. Ich wollte aber nach Hause habe ich ’nein‘ gesagt.
Als nächstes kam warscheinlich ein frischer Uniabsolvent zu mir, um mich noch einmal nach meiner Unfallsgeschichte zu fragen. Ist ja nicht so, dass ich die schon 15465468123mal erzählt hätte… Außerdem hatten wir einige Komunikationsprobleme, da dieser nette Herr eindeutig aus einem östlicheren EU Land zu kommen schien.

Der nächste Tag war dann aber wesentlich lockerer. Es gab was zu essen. Am ersten Tag durfte ich nämlich nur Knäckebrot essen und jeder weiß, wie sehr ich diese Scheiße liebe…

Mein Fazit: Ich will nie wieder hin obwohl ich zum Abschied ein Handtuch-Gutschein bekommen habe. Als logische Konsequenz muss ich jetzt wohl fett werden.