Friday Fail #5 – „Designer“produkte.

Willkommen willkommen. Ich habe wieder etwas gefunden, worüber ich mich aufregen kann. Nämlich über die horenden Preise von möchtegern Designerprodukten, die in der Produktion (in Europa) ein drittel kosten. Wenn überhaupt.
Das spezielle Ding, was bei mir das Fass zum Überlaufen brachte war das hier:


Zu kaufen gibt es das hier. Darauf gestoßen bin ich bei ihm.

Ein Armband aus Spanngummis, welches als Designerprodukt bezeichnet wird. Hallo! Das kann ein dreijähriger! Die Idee alleine ist schon ok, aber dann Bitte im Wert verkaufen. Ich persönlich fand Muster und Farben von denen schon immer geil aber um dann davon gleich 25$ zu verlangen ist sowas von dreist. Wenn der Verschluss wenigstens irgendein besonders angefertigtes Metallteil wäre, würde ich nichts dazu sagen. Aber in Wirklichkeit sind einfach nur die Haken der Gummis in die Knoten der Gummiseile gesteckt worden.. YEAH.

Die Dreistigkeit geht weiter wenn man bedenkt, wie billig Spanngummis sind. Je nachdem wo man sie kauft, kosten sie in einem 6-12er Pack nicht mehr als 10 Euro. Das sind weniger als 2 Euro pro Spanngurt.

Also sind wir momentan bei einem Materialwert von 4€. Jetzt kommt noch die Arbeitszeit hinzu um „unique“ Farbkombinationen zu erstellen. Das beansprucht von mir aus eine halbe Stunde. Das sind von mir aus 6 Euro Designersatz. Quasi zusammen 10 € was dann ungefähr 13USD sind. Wie kommen die dann auf 25 USD. Ich würde zu gern wissen, wofür man die 12 übrigen Dollar verwendet hat? Der Designername? Wohl kaum.

Das Label produziert dann zusätzlich auch noch Krägen, die man über T-Shirts tragen kann: keine neue Idee. Diese sind vielleicht aus Echtleder trotzdem stimmen hier weder Produktionskosten noch Designerarbeit mit dem endgültigem Verkaufspreis überein. Die Arbeitszeit beträgt von mir aus eine ganze Stunde und die Materialkosten vielleicht 15 Euro. Was dann schon wieder bloß 27 Euro (~36USD) sind. Was ist mit dem Rest? Klar. Jeder mag Gewinn haben aber denkt dieses Label wirklich, dass hier schon der Prestige Effekt am Werk ist?

Ich bezweifle es. Zumal ich es verstehen kann, dass aufstrebende Designer ihre Produkte für einen sehr hohen Preis verkaufen wollen um den maximalen Gewinn einzufahren (ich würde es nicht anders machen). Trotzdem glaube ich nicht, dass die Kaufkraft momentan so rießig ist, so dass jeder überteuerte Dinge verkaufen kann. Zumal es manchmal preiswerter ist, genau das – vielleicht noch in besserer Qualität – selbst zu machen.
Ich bin zudem auch der Meinung, dass man einen gesunden Mittelweg bei der Preisgestaltung seiner Produkte finden sollte: Nicht zu billig, dass jeder denkt, es wäre Schrott und Auswurf und nicht zu teuer, dass man als Halsabschneider deklariert wird (und natürlich auch so, dass die Arbeits und Materialkosten gedeckt sind). Zumal ich auch noch daran zweifel, dass jemand denkt, der anfängt seine Dinge zu verkaufen, er könne mit diesem Gewinn seine ganzen Rechnungen bezahlen. Am Anfang auf alle Fälle nicht. Außer man hat ein wahnsinnig gutes Produkt (mit sehr geringem Produktionsaufwand), welches wirklich jeder haben möchte und dafür Unsummen zahlen will…

Was ich damit sagen will, liebe jung Designer: Macht eure Preise vernünftig. Wenn man sieht, dass etwas wahnsinnige Arbeit gemacht hat bzw wahnsinnig teure Materialen verwendet worden sind, dann sind hohe Preise gerechtfertigt. Aber wenn man selbst schon an den Produktfotos Schwachstellen des Designs oder der Ausführung findet, dann schraubt eure Ansprüche bitte augenblicklich runter oder ich komm mit meinem Monstertruck. Denn nur mit guter Qualität schafft man es irgendwann mal dahin, dass man Unsummen allein nur für den Lablenamen verlangen kann…