Friday Fail #2 – Japanese Music Business.

Ihr wisst ja alle, dass ich japanische Musik mag und dass ich gerade meinen Bachelor schreibe, in dem ich auch ein bisschen über eben diese Musik geht. Im speziellen über Visual Kei. Da man ja leider nicht seinen eigenen Schädel in die Quellenangabe schreiben kann, war ich ein auf der Suche nach brauchbaren Material. Ich habe sogar etwas gefunden. Nämlich diesen Link hier:

Interview with an ex-Visual Kei record executive

(Wenn ihr diesen Eintrag 100%ig verstehen wollt solltet ihr wirklich das Interview lesen.)

Das Interview ist riesig und ich musste mich ein bisschen zwingen es zu lesen (das solltet ihr übrigens auch tun) aber es ist wirklich extrem informativ.
Es geht um die korrupte Japanische Musikindustrie hinter den viel zu vielen Visual Kei Bands. Was man sich überhaupt nicht vorstellen kann ist, dass diese noch wesentlich schlimmer und berechnender ist als die westliche Musikindustrie, in welcher man maximal die Rechte an seinen Songs verliert und demnach mit seiner Musik kaum Geld verdient (außer man ist natürlich blauäugig und unterschreibt irgendwas, ohne es vorher genau durch zu lesen/zu studieren. Kurz: Man könnte fiese/gemeine „Sachen“ abwenden – wenn man genug Krips hat). Aber immerhin könnte man in diesem Fall noch irgendwo anders mit normaler Arbeit Geld verdienen.

Der Beste Part in diesem Interview war, als er erzählt hat, wie Bandmitglieder immer wieder von Headhuntern abgeworben werden um so noch wesentlich bessere Band zu erstellen. Das klingt für mich irgendwie wie das, was mal ein wahnsinniger kleiner Mann von sich gegeben hat – nur halt auf Bands und damit Geld bezogen. Man bilde bitte die ÜBER-BAND. Bamm Bamm!

Zudem gaukelt man den Fans irgendeinen Scheiß vor und zieht denen so noch mehr Geld aus der Tasche. (Ein Glück habe ich noch NIE ernsthaft Singles und Limited Editions gekauft, wenn ich schon die normale Edition zu Hause hatte: Mutti hat mich fein geizig erzogen). Oder es werden wahnsinnig romantische Storys erfunden: Wer die Songs schreibt, wie sich die Band gegründet hat und und und… Labert nicht. Diese Band wird wie viele andere auch von Headhuntern zusammen gestellt worden sein bzw ist durch die „Roadiekette“ entstanden und die Songs schreibt natürlich ein Producer.
Fail #1: Ich bin argwöhnisch in Hinblick auf solche Geschichten geworden… Adé schöne Märchen.

Was mich am Meisten daran aufregt ist die Tatsache, dass Yoshiki (der X-Japan Schlagzeuger) diesen ganzen Mist mit ins Rollen brachte.

Argh. Argh. Ich hoffe aber, dass dieses Interview wirklich ausschließlich auf einheimische Visual Kei Bands bezogen ist, denn ich kenn da so einige, welchen ich es nicht wünschen würde in diese ganze Scheiße hinein zu rutschen. Ich glaube aber, dass dieses System nicht mit Leuten aus den westlicheren Gefilden funktionieren würde. Wir halten uns halt nicht an Verträge, die es nicht auf Papier gibt.

Na dann Prost! Übrigens werde ich nicht aufhören japanische Musik zu hören. Dafür gefällt sie mir einfach zu gut. Ich werde aber einen groohooosen Bogen um die Geschichten/romantischen Storys der Bands selber machen (die mir auch ohne dieses Interview wurst-piep-egal waren) und nur die Musik selbst konsumieren (Wofür die Band eigentlich original mal geschaffen wurde). Vernünftig oder?!

Fail #2, weil: Konsumenten des eigenen Produktes in diesem Ausmaße belügen/ausnutzen = scheiße! Monopole = astronomischer Evil-Faktor.